Ein besonderes Geschenk: Erinnerungen auf den Punkt gebracht

Sind Sie auf der Suche nach einem kleinen, dennoch großen und zugleich individuellen Geschenk? Einem Geschenk voller Erinnerungen an eine bestimmte Person? In diesem Fall lade ich Sie ein, den nachfolgenden Blogartikel zu lesen.

Um Sie zu inspirieren, erzähle ich im ersten Teil des Artikels

  • wie mich ein paar Worte, die mein Großvater vor vielen Jahrzehnten in einem alten Brief geschrieben hat, auf diese besondere Geschenkidee gebracht haben,
  • wie ich die Idee umgesetzt habe
  • und was mir das selbstgestaltete Geschenk bedeutet.

Im zweiten Teil des Artikels gebe ich Ihnen zusätzlich Anregungen,

  • wie Sie, in Anlehnung an mein Beispiel, Ihr eigenes, persönliches Geschenk kreieren können.

Eine etwas andere „Spruchkarte“

Mit Blick auf das Foto, das ich diesem Artikel vorangestellt habe, erahnen Sie sicherlich, von welcher Geschenkidee ich spreche. Richtig. Es handelt sich dabei um eine „Spruchkarte“.

Eine „Spruchkarte“ in Erinnerung an meinen Großvater

Anders als sonst üblich trägt diese „Spruchkarte“ jedoch nicht ein bekanntes Zitat einer berühmten Persönlichkeit. Vielmehr habe ich für die Karte ein Zitat meines Großvaters Berthold gewählt, das mir viel bedeutet und mich mit ihm verbindet.

Entdeckt habe ich es, als ich einen alten Brief aus dem Sütterlin übersetzte, den er am 28. November 1945 an seine Mutter Friederike verfasst hat.

Seine Worte berühren mich

Zum Ende des vierseitigen Briefes schrieb er:

„Nun, liebe Mutter, bleibe weiterhin recht gesund, und wir wollen hoffen, daß wir uns bald wiedersehen. Unser Los müßen wir tragen, wenn es auch noch so schwer ist. Gott wird alles zum Besten führen, wenn wir selbst danach handeln. Wenn wir zur Zeit auch sehr arm geworden sind, aber trotz allem wollen wir an die Zukunft glauben, denn ebenso wie alles schlecht geworden ist, kann auch alles wieder gut werden, nur darf man sich nicht selbst aufgeben.“

Damals war Berthold 53 Jahre alt, arbeits-, mittel- und heimatlos. Wenige Monate zuvor war er mit seiner Frau und seinen Kindern als Folge des von Deutschland ausgegangenen Zweiten Weltkrieges aus Pommern geflüchtet. Die Familie war auseinandergerissen.

Seine Worte begleiten mich

Insbesondere seine pointierten Worte

“… trotz allem wollen wir an die Zukunft glauben …“

haben mich sogleich tief berührt. Sie begleiten mich nunmehr seit mehreren Jahren. Immer wieder kommen sie mir in den Sinn. In den unterschiedlichsten Situationen schenken sie mir Mut, Hoffnung und den festen Glauben an eine gute und schöne Zukunft, die ich bzw. die wir gemeinsam erschaffen können.

Die Idee, seine Worte auf einer Karte festzuhalten

Als ich kürzlich wieder an Bertholds Worte dachte, hatte ich die spontane Idee, sie auf einer Karte zu verewigen. In Erinnerung an ihn, meinen Großvater, den ich nie kennengelernt habe. Der mir aber durch seine Briefe, vor allem aber durch die obigen Worte, sehr nahesteht.

Ich gestalte eine etwas andere „Spruchkarte“

Ein paar Tage später habe ich mich auf einer Online-Plattform eingeloggt und die Karte nach meinen Vorstellungen gestaltet. Schlicht und reduziert. Eine weiße und eine hellblaue Version.

Auf der Vorderseite der Karte habe ich Bertholds Worte festgehalten.

Aus der „Spruchkarte“ wird eine „Erinnerungskarte“

Wichtig war mir darüber hinaus, auf der Rückseite zu erzählen, wer Berthold ist. Wann und in welcher Lebenssituation er die umseitigen Worte geäußert hat.

Somit ist nicht nur eine sehr persönliche „Spruchkarte“, sondern zugleich auch eine „Erinnerungskarte“ an Berthold entstanden.

Eine „Erinnerungskarte“ und so viel mehr

Übrigens habe ich mir die Karte selbst geschenkt. Inzwischen steht sie gerahmt in meinem Zuhause. Ich freue mich, wenn mein Blick im Vorbeigehen auf sie fällt. Manchmal halte ich bewusst inne. In diesen Momenten vergegenwärtige ich mir einmal mehr Bertholds Worte. Je nach Situation verwandelt sich die Karte in eine „Mut-, Hoffnungs-, Glaubens- oder Freudekarte“.

Ein besonderes Geschenk für mich und meine Lieben

Ich habe mehrere Exemplare der „Spruchkarte“ sowohl in Weiß als auch in Blau drucken lassen.

Anfänglich als kleines Geschenk für mich persönlich gedacht, gebe ich die Karte heute gerne weiter. Zu besonderen Anlässen oder als Aufmerksamkeit zwischendurch. Wie es gerade passt.

Ich freue mich, Bertholds Worte auf diese Weise zu teilen. Und damit den kleinen Moment, in dem er sie vor langer Zeit unter schwierigen Bedingungen geschrieben hat, zu würdigen und ein wenig in Erinnerung zu halten. Was für ein einzigartiges, persönliches Geschenk diese „Spruchkarte“ doch ist!

Anregungen für Ihre persönliche „Spruchkarte“

Vielleicht denken Sie in diesem Augenblick auch an einen besonderen Satz, der für Sie von Bedeutung ist. Der Sie auf Ihrem Lebensweg begleitet und den Sie gerne weitergeben möchten.

Wie „Ihr“ besonderer Satz zu Ihnen gekommen ist

Ein Satz

  • den Sie in einem alten, privaten Dokument (z. B. einem alten Tagebuch) entdeckt haben
  • den jemand in einem persönlichen Gespräch zu Ihnen gesagt hat
  • den Ihnen jemand per Mail oder WhatsApp geschickt hat
  • dessen Worte Ihre eigenen sind

„Ihr“ Satz voller kostbarer Erinnerungen

Möglicherweise verbinden Sie diesen Satz

  • mit einer besonderen Person 
  • mit einer besonderen Begebenheit
  • mit einer besonderen Lebensphase
  • mit einem besonderen Lebensmoment

Verewigen Sie „Ihren“ Satz auf einer persönlichen „Spruchkarte“

Vielleicht möchten Sie Ihren Satz und auch die damit verbundene Geschichte auf einer „Spruchkarte“ festhalten. Eine solche „Spruchkarte“ können Sie selbst gestalten:

  • mit dem Grafikdesign-Programm, das Ihnen vertraut ist
  • online, auf einer Grafikdesign-Plattform

Tipps zur Gestaltung Ihrer persönlichen „Spruchkarte“

Was die eigentliche Gestaltung der Karte betrifft, sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Tipp 1

Auch was Kartenformat und Kartengröße anbelangt, können Sie aus den unterschiedlichsten Varianten wählen. Gegebenenfalls entscheiden Sie sich statt einer einfachen Karte für eine Doppelkarte mit freien Innenseiten. Diese können Sie mit einem persönlichen Gruß an einen lieben Menschen versehen, wenn Sie sie verschenken.

Tipp 2

Bezüglich der Papierstärke empfehle ich Ihnen, für eine einfache Karte eine Papierstärke von mindestens 350 g/m² zu nehmen. Qualitativ noch wertiger ist eine Karte von 400 g/m². Bei einer Doppelkarte sind 350 g/m² eine gute Wahl.

Tipp 3

Alternativ können Sie ein kleines Poster mit Ihrem besonderen Satz gestalten. Etwa im DIN-A4-Format und in einer Papierstärke von 250 g/m². Mit passendem Passepartout und Rahmen wird das kleine Poster sowohl für Ihre Lieben als auch für Sie selbst zu einem ganz besonderen und zugleich dekorativen Geschenk.

Die Möglichkeiten, eine persönliche „Spruchkarte“ und damit ein individuelles Geschenk voller Erinnerungen zu kreieren, sind unendlich vielfältig.

Worte, die erinnern, die verbinden, die berühren

Mag eine solche Karte auch noch so klein sein, haben die darauf festgehaltenen Worte eine große Bedeutung für Sie. Erinnern sie Sie doch an den Menschen, der sie geschrieben oder gesprochen hat und zu dem Sie eine besondere Beziehung hatten oder haben.

Darüber hinaus werden die Worte auch diejenigen berühren, denen Sie Ihre „Spruchkarte“ als kleine, große Aufmerksamkeit schenken werden. Beispielsweise zu einem bestimmten Anlass oder einfach so zwischendurch. Dessen bin ich mir beinahe sicher.

Erinnerungen festhalten und bewahren

Abschließend wünsche ich Ihnen viel Freude dabei, Ihr kleines, großes Geschenk voller Erinnerungen zu gestalten. Falls Sie dabei Unterstützung wünschen, sprechen Sie mich gerne an.

Ihre Kirsten Ulrike Maaß

 

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