Vortrag: „Und zwischen uns der Ozean“

Ich freue mich. Denn im Oktober halte ich einen Vortrag über meinen spannenden Alltag als Lebensarchivarin.

Wann, wo, …

Sie, liebe Leserin, und Sie, lieber Leser, sind herzlich eingeladen, am 22. Oktober 2025 zwischen 19 und 21 Uhr in der Bardowicker Bücherei im Nicolaihof, nahe Lüneburg, mit dabei zu sein.

… und worüber

Im Mittelpunkt des Abends stehen die bewegenden Briefe Heinrichs, die er zwischen 1921 und 1927 in Kurrent und in Sütterlin an Axel geschrieben hat. Es sind einzigartige, persönliche Zeugnisse einer transatlantischen Freundschaft zweier Junglehrer.

Darüber hinaus geben diese privaten Dokumente spannende Einblicke in eine deutsche Umbruchszeit, die aktueller kaum sein könnte. Auch mit weitreichenden Folgen auf Heinrichs Leben.

Von der Bedeutung alter privater Briefe als historische Zeitzeugnisse

Anhand ausgewählter Zitate aus seinen Briefen begleiten wir Heinrich sechs Jahre seines Lebens. Es handelt sich dabei um kleine, skizzenhafte Eindrücke, die sehr persönlich geprägt sind. So sehen wir die Zeit zwischen 1921 und 1927 durch Heinrichs Augen. Wir erahnen ein wenig, welche Stimmung damals in Deutschland herrschte.

Heinrich berichtet von Wandel, Veränderungen, neuen Errungenschaften und Entwicklungen, die sich nach dem 1. Weltkrieg Bahn brechen. Es sind herausfordernde Zeiten für die junge Weimarer Republik.

Bewegte Zeiten

Anschaulich erzählt Heinrich von der großen Massenarbeitslosigkeit unter den Junglehrern. Aber auch von ihrem Suchen und Finden neuer Arbeitsfelder. Er spricht ferner eindrücklich von Inflation und Hyperinflation.

Sowie von einer Verordnung der Regierung, die er umgangssprachlich „Beamtenabbaugesetz“ nennt, und von deren Erlass er selbst betroffen ist.

Schließlich denkt Heinrich über ein sich wandelndes Deutschland nach. Wir befinden uns mitten in den „Goldenen Zwanziger Jahren“, die vielleicht nicht so golden waren wie ihr Ruf.

Schulmeister

Aber auch über seine ersten Jahre als „Dorfschulmeister“ berichtet er froh und stolz. Und darüber, dass er sich im Unterricht an bekannten Reformpädagogen orientiert und Sütterlin Pflicht wird. Richtig. „Die“ Sütterlinschrift, die wir als alte deutsche Handschrift kennen, und die Erstklässler zwischen 1924 und 1941 als Standardschrift lernten.

Einordnung der Zitate in den geschichtlichen Kontext

Indem ich also aussagekräftige Textpassagen aus Heinrichs Briefen zitiere, nähern wir uns den 1920er Jahren, einer bedeutenden Epoche unserer Geschichte, behutsam an.

Die sehr persönlich geprägten Zitate stelle ich selbstverständlich in einen historischen Kontext. Wobei ich anmerken möchte, dass ich „Heinrichs Geschichte“ als Ergänzung zu einer wissenschaftlich fundierten, eher theoretisch ausgerichteten Geschichtsbetrachtung verstehe.

Familiäre Spurensuche

Viele Jahre schlummerten Heinrichs Briefe im Verborgenen. Wie bedeutend dieser Nachlass für Heinrichs Familie ist, offenbarte sich erst, als ich Heinrichs Briefe aus dem „Altdeutschen“ in unsere lateinische Schrift „übersetzte“. Auch darüber spreche ich im Rahmen des Vortrages.

Besonders freue ich mich, dass Heinrichs Enkelin an diesem Abend mit dabei sein wird. Sie war es, die mich mit der Übersetzung der Briefe ihres Großvater Heinrich beauftragt hatte. Gerne berichtet sie uns, was sie zu diesem Schritt veranlasst hat und was das Lesen der „übersetzten“ alten Briefe mit ihr gemacht hat. So viel sei an dieser Stelle gesagt: Ihre familiäre Spurensuche geht weiter. Aber das ist eine andere Geschichte.

Originale zur Ansicht

Zur Abrundung des Abends haben Sie Gelegenheit, einen Blick auf Heinrichs Briefe zu werfen. Zusammen mit Fotoalben liegen die Originaldokumente zur achtsamen Ansicht bereit. Ebenso wie das „Lebensbuch“, das aus diesen Privatarchivalien entstanden ist. Übrigens: Es trägt den Titel „Und zwischen uns der Ozean“ und ist Namenspate des Vortrages, des Begleithefts zum Vortrag und dieses Artikels.

Anmeldung

Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und Sie meinen Vortrag am Mittwoch, den 22. Oktober 2025, zwischen 19 und 21 Uhr hören und anschließend in den Austausch kommen möchten, bitte ich Sie, sich in der Bücherei Bardowick anzumelden unter:

Weitere Informationen zu Heinrichs Briefe

Für den Fall, dass Sie an der Veranstaltung trotz Interesse nicht teilnehmen können, möchte ich Sie auf zwei weitere Artikel des „Lebensarchivarin-Blogs“ hinweisen. Auch darin setze ich mich mit den alten privaten Briefen Heinrichs auseinander.

Dies sind die Links zu den Artikeln:

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen.

Teilhaben

Möglicherweise können Sie inzwischen ein wenig nachvollziehen, wie faszinierend der Arbeitsalltag als Lebensarchivarin für mich ist. Gerne komme ich auch in Ihre Stadt, zu Ihrer Veranstaltung, um davon zu berichten. Denn der Vortrag „Und zwischen uns der Ozean“ liegt bereit und wartet darauf, geteilt und gehört zu werden. Sprechen Sie mich gerne an.

Ihre Kirsten Ulrike Maaß

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